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Erste Siedlungsspuren in der Nähe von Bischhausen lassen sich bereits ungefähr auf das Jahr 750 n. Chr. datieren. Diese lagen an einer alten Heer- und Handelsstraße.

Auf einem Hügel südlich dieser ersten Siedlung soll Erzählungen zufolge einst ein heidnisches Götterbild gestanden haben, welches einer germanischen Gottheit (ev. Thor oder Donar) gewidmet war. Eine noch heute geltende Vermutung bezieht sich in diesem Zusammenhang auf die vier Tore Bischhausens: Dammtor, Obertor, Hirtenbergstor und das Teufelst(h)or.

Zu dieser Zeit wurde Eitel Heise von Kerstlingerode, erster Ritter seines Geschlechts, für seine treuen Dienste hinsichtlich der Christianisierung der Sachsen (18 Feldzüge) mit dem Erhalt von großen Gebieten des Eichsfelds und fünf Dörfern, namentlich Kerstlingerode, Beienrode, Rittmarshausen, Weißenborn und Bischhausen, belohnt.

Sein Nachfahre, Ritter Heise IV, stiftete und erbaute wohl im Jahre 1004 genau an dem Ort eine kleine Kapelle, wo zuvor das heidnische Götterbild gestanden hatte, die Geburtsstunde Bischhausens. Auf diese Jahreszahl beriefen sich die Bischhäuser auch 2004, als sie 1000 Jahre Bischhausen feierten.

Die Kapelle wurde dem Bischof Martin von Tours (†11.11.397) gewidmet. So feiern die Bischhäuser Christen immer noch am 11. November jeden Jahres ihre Kirmes. Der Ort könnte noch auf eine andere Weise mit Martin von Tours verbunden sein, beruht wohl das „Bisch“ in Bischhausen auf Bischof. Die Schreibweisen Bischhausens änderten sich im Laufe der Zeit, was die eigentliche Herkunft des Namens verschleierte. Angefangen bei Biscopeshusen (1093), über Bischophishusen (1221), Biscoppeshusen (1384) und Byschoppishuse und – husin (1411), ist es letztlich bei Bischhausen (1785) geblieben.

In einem Schenkungsbrief des Bischofs Bernward von Hildesheim aus dem Diözesearchiv in Hildesheim wird auf Seite 120 Biscopeshusen und Bredinbike, für unseren Nachbarort Bremke, erwähnt. Im Landeshauptstadtarchiv in Hannover lässt sich Biscopeshusen mit dem Jahr 1093 in Verbindung bringen.

Als Martin Luther (1483-1546) am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an das Hauptportal der Wittenberger Schlosskirche anschlug, dauerte es noch weitere 37 Jahre bis auch in Bischhausen der erste evangelische Gottesdienst abgehalten wurde. Nach dem Tod von Otto von Kerstlingerode in Heiligenstadt im Jahr 1553, stellte seine Witwe Margarete, geborene von Bischhofshausen, zwei evangelische Prediger für Bischhausen und Kerstlingerode ein. So wurde am 25.03.1554 das erste evangelische Abendmahl in Bischhausen gefeiert.

Als am 05.08.1641 der letzte männliche Namensträger Otto Christoph von Kerstlingerode starb, kam es zwischen den Herzögen Ludwig und Georg von Hannover jahrelang zum Streit über die Nachfolge von Patronat und Lehen, welche letztlich 1660 von Falk Adolf von Uslar zu seinen Gunsten entschied.

1740 erfolgte dann der Bau der St. Martinskirche in seiner jetzigen Erscheinungsform durch den Baumeister Jost Leichtweiß.

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